Sonnenschutz für Kinder: Worauf muss ich achten?

Eltern, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Sonnenschutz für Babys bzw. Kinder auseinandersetzen, werden früher oder später über die fünf “Schutz-S” stolpern: Schatten, Sonnenschutz, Shirt, Sonnenhut, Sonnenbrille. Der Großteil davon ist selbsterklärend – wo hingegen immer wieder Fragen aufkommen, ist das Thema Sonnenschutzmittel bei Kindern. Die wichtigsten davon wollen wir in diesem Artikel beantworten.

 Warum braucht die Haut von Kindern besonderen Schutz vor der Sonne?

 Auch wenn Hautärzte die genannten “Schutz-S” auch jedem Erwachsenen empfehlen, um Sonnenbränden & Co. vorzubeugen, spielen sie bei Kindern eine noch größere Rolle. Der Grund dafür: Die Haut von Babys und Kleinkindern ist noch nicht vollständig entwickelt. Das betrifft sowohl die Schutzfunktionen (z. B. Hornschicht) als auch die Produktion des Bräunungspigments Melanin, das als natürlicher Sonnenschutz unserer Haut fungiert. Die UV-Strahlung kann bei Kindern so leichter bis in die tieferen Hautschichten eindringen und dadurch auch schneller Schäden entstehen lassen.

Obwohl wir Sonnencreme hauptsächlich mit Sommer, Sonne und Urlaub in Verbindung bringen, ist es deshalb sehr sinnvoll, den Schutz mindestens ab Frühlingsbeginn in den Alltag zu integrieren. Vor allem Kinderhaut kann auf die erste stärkere Sonnenstrahlung des Jahres sehr empfindlich reagieren. Sicherheitshalber sollte also schon ab März verstärkt für Schutz gesorgt werden – auch an bewölkten Tagen und im Schatten. Aus der prallen Sonne sollten Babys, deren Haut noch keinerlei natürlichen Sonnenschutz aufweist, unbedingt ferngehalten werden. Ganz egal, ob beim Spielen im Sandkasten oder beim Spaziergang im Kinderwagen – eine Abdeckung bzw. ein Sonnenschirm sind für Babys und Kleinkinder Pflicht.

Welcher Sonnenschutz ist der richtige für Kinder?

 Wer zu diesem Thema ein bisschen recherchiert, wird praktisch unendliche Diskussionen in Online-Foren finden. Experten raten dazu, auf spezielle Sonnenschutzmittel für Kinder zu setzen. “Für Kinder” bedeutet meistens einfach nur, dass sie an die speziellen Bedürfnisse angepasst sind auf Zusätze wie Duftstoffe verzichtet wird, da diese häufig leichte Kontaktallergien auslösen können. Das gewöhnliche Supermarkt-Sortiment stößt dabei schnell an seine Grenzen – die besseren Sonnencremes oder -sprays für Kindern findet man vor allem in Drogerien oder bei Online-Apotheken wie mycare.de.

Beim Lichtschutzfaktor gibt es keinen Spielraum: LSF 50+ ist Pflicht für empfindliche Kinderhaut. Wer lieber auf Sprays statt auf die klassische Sonnencreme setzen möchte, sollte dabei besonders darauf achten, genügend aufzutragen. Für Kinder, die zu Hautunreinheiten neigen, empfehlen sich Sonnenschutz-Fluids, da diese weniger Öle enthalten. Für die Wirksamkeit selbst macht es aber keinen Unterschied, ob eine Creme, ein Spray oder ein Fluid verwendet wird.

Mineralischer vs. chemischer Filter: Wo liegt der Unterschied?

 Mineralischer Sonnenschutz ist bereits seit Jahren ein immer größeres Thema und wird dabei vor allem für Kinder häufig empfohlen. Der Grund: Er wirkt nur auf der Haut und zieht nicht ein. Das funktioniert, weil er einen weißen Film auf der Haut bildet.Da diese Optik erwartungsgemäß bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen unbeliebt ist, wird häufig mit sogenannten Nanopartikeln nachgeholfen, um den “Weiß-Effekt” zu minimieren. Rund um Nanopartikel gibt es seit Jahren Diskussionen – auch das Bundesinstitut für Risikobewertung beruft sich darauf, dass es noch keine abschließenden Forschungsergebnisse zum Thema gibt.

 Im Vergleich dazu ziehen chemische Filter in die Haut ein und wirken, indem sie die UV-Strahlung in Wärme umwandeln. Neben Duftstoffen enhalten einige Sonnenschutzmittel mit chemischem Filter auch Stoffe mit klanghaften Namen wie Butylmethoxydibenzoylmethan. Experten befürchten, dass diese ähnliche wie Hormone wirken könnten und raten deshalb streng davon ab, sie bei Kindern zu verwenden.

Sonnenschutz für Kinder: Worauf muss ich beim Eincremen achten?

Nach der Auswahl des passenden Sonnenschutzes gibt es noch einige Dinge, die beim Eincremen selbst beachtet werden sollten. Dazu gehören:

  • Einwirkzeit: Da chemische Filter eine gewisse Vorlaufzeit brauchen, um in die Haut einzuziehen, sollte mindestens 30 Minuten, bevor der Gang in die Sonne ansteht, eingecremt werden. Ein Sonnenschutz mit mineralischem Filter braucht diese Vorlaufzeit nicht.
  • Wasserfester Sonnenschutz: Laut Experten handelt es sich bei Eigenschaften wie “wasserfest” mehr um Werbeversprechen statt um tatsächliche Vorteile. In der Praxis sollte der Sonnenschutz nach dem Schwimmen immer neu aufgetragen werden.
  • Nachcremen: Der Lichtschutzfaktor, der auf dem Sonnenschutzmittel angegeben ist, wird bei der Herstellung unter optimalen Bedingungen ermittelt. Um diesen zu erreichen, muss in der Praxis meistens zwei- bis dreimal eingecremt werden. Experten raten deshalb dazu, am besten bereits nach 10 – 20 Minuten das erste Mal nachzucremen.
  • Wirkungsdauer: Wenn ein Kind “perfekt” eingecremt ist und so tatsächlich der volle LSF 50 vorhanden ist, bedeutet das, dass es theoretisch ca. 500 Minuten (LSF 50 x 10) in der Sonne bleiben kann, bevor ein Sonnenbrand entsteht. Ausreizen sollte man diese Zeitspanne aber besser nicht. Zum einen erreicht der Schutz nur selten 100 % des angegeben LSF – zum anderen können erste kleinere Hautschäden auch schon früher entstehen.

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